Schwarzmagie entsteht nach geistwissenschaftlicher Auffassung nicht durch Verwünschungen oder Rituale, sondern durch bewusste Lüge, Missbrauch von Beziehungen und die Umkehrung moralischer Werte. Der Beitrag beschreibt diese Mechanismen sowie ihre Beziehung zum Astralleib und zum zweiten Chakra.1) Die einleitende Kurzfassung am Anfang sowie die Fragen und Antworten am Ende des Artikels wurden für die Onlineausgabe redaktionell hinzugefügt. Der Haupttext stammt von Heinz Grill.
Dies ist der dritte Teil der Artikelserie zur schwarzen Magie. Im ersten Teil wurden die Bedeutung und die grundlegende Wirkungsweise der schwarzen Magie dargestellt und im zweiten Teil die Kriterien zur Erkenntnis der schwarzen Magie.
Die gewöhnliche Vorstellung von Schwarzmagie
Verwünschungen oder Voodoo-Zauber gelten heute allgemein als schwarzmagische Handlungen. Diese sind in der Regel im Vergleich zur wirklich praktizierten Schwarzmagie harmlos, denn sie können den Astralleib2) Unter Astralleib wird hier der seelische Wesensbereich des Menschen verstanden, der Träger von Empfindungen, Begierden und Willensstimmungen ist. Die Bezeichnung stammt aus der anthroposophischen und älteren esoterischen Tradition. mit all seinen unbewussten Anteilen nicht auf jenes abgrundtiefe Niveau stimmen, das in tatsächlich lügenhaften Handlungen und allgemein in Grausamkeiten liegt. Eigentlich sind diese Voodoo-Zaubereien, bei denen eine Person aufgehängt wird, gleichsam wie eine Marionette oder beispielsweise ein zu verwünschender Politiker symbolisch mit Pfeilen beschossen wird, wenig mit der Wirklichkeit der Seele verbunden. Sie berühren nicht die Tiefe, vor allem nicht die tiefen Abgründe des Astralleibes, sondern sind oberflächliche, mehr emotionale Handlungen. Schwarze Magie jedoch braucht die Fähigkeit zur wirklichen tätigen Schädigung durch Lüge, Umkehrung der Realität und Ausnutzung einer Position im Sinne einer Missbrauchshandlung. Wer beispielsweise in einem Team tätig ist, freundlich mit allen Anwesenden verkehrt und dennoch alle Mitglieder heimtückisch belügt, sich Vorteile durch das Negative verschafft und schließlich eine Freude am Scheitern der anderen hat, begibt sich in jene dunkle Welt, die die Abgründe der Seele eröffnet. Äußerlich werden diese Menschen niemals Verwünschungen aussprechen, denn ihre Realität ist viel geschickter in die Wirklichkeit der Zerstörung gerichtet als jegliche rituelle emotionale Handlung. Große Berechnungen im menschlichen Umgang müssen von dem, der schädigen möchte, heimlich in die Tat finden.

Der Astralleib als Träger moralischer Willenskräfte
Wenn der Begriff Astralleib hier eine deutliche Benennung findet, so ist mit diesem das tiefe Unbewusste in den Willensregionen gemeint, und weiterhin sind es die verborgenen Gefühle des Menschseins, die zu diesem mit dem Kosmos übereinstimmenden Leib gehören. Obwohl der Astralleib feinstofflich ist, beinhaltet er ein Licht, das sehr dicht, dumpf und an den Körper wie gefesselt ist. Ein Geistforscher, der diesen unsichtbaren Teil des Menschseins erkundet, entdeckt nicht nur die Ebenen, die ganz dem Menschen selbst und seinen äußeren Gefühlen eigen sind, er findet in diesen Tiefen der Organe, der inneren vegetativen Abläufe des Stoffwechsels, die tatsächliche substanzielle Welt des Astralreiches, und das sind die unerlösten Mächte des Totenreiches. Die Verstorbenen leben nicht in einem fernen Himmel, sie tragen ihre Kräfte in die Menschheit hinein und bleiben mit ihren unerlösten Stimmungen in diesen verborgenen Willensabläufen der hinterbliebenen Menschen.3) Zum Verständis des nachtodlichen Seelreiches siehe auch das Buch: Heinz Grill, Seelsorge für Verstorbene, Lammers-Koll-Verlag Wenn diese negativen, unerlösten Potenziale bei Menschen, die sehr gewissenlos geworden sind, die Emotionen und Stimmungen beherrschen und zum wesentlichen Antrieb von Willensentscheidungen werden, so benetzen sie die verschiedensten Lebensformen des Menschseins mit ihrer dunklen und verworrenen Absicht.
Aus den nachtodlichen astralen Stimmungen der Verstorbenen kann Licht auf die Welt fluten oder es können sich im Gegensatz dazu leidensvolle, belastende Motivationen entfachen, die Menschen zu manischen Reaktionen treiben und sie lügenhafte, gemeine Niedrigkeiten begehen lassen. Scharfe Berechnungen um des Vorteils willen, ohne Empathie und Mitgefühl, übernehmen die Steuerung des Bewusstseins. Der Astralleib, je nachdem, wie er zusammen mit den Verstorbenen gestimmt ist, entscheidet über die lichte, erbauende Strahlkraft oder über die dunkle Magie des Kreislaufes von Leiden und seiner wiederkehrenden Ausstrahlungen.
Verwünschungen, die jemand auf seinem Lebensweg tätigt, haben in der Regel keine Kraft, denn die Verstorbenen reagieren kaum auf die emotional gesprochenen Worte. Vielmehr belastet sich jener Mensch selbst, der aus seinem eigenen Kreislauf der hasserfüllten Emotionen nicht entrinnen kann, er verschattet sein Herz, indem er bewusst andere anklagt oder gar töten möchte, und fällt in ein auswegloses Meer von Depressionen. Er kann die Verstorbenen nicht benützen, das heißt, er kann seinen eigenen Astralleib durch Verwünschungen nicht wirklich gegen andere steuern. Er bleibt in sich gefangen, ohne Realitätsbezug, und ohne Veränderungen in der Außenwelt zu verursachen. Mit der Technik des Voodoo-Zaubers, mit nächtlichen Ritualen zur Verwünschung anderer und mit der Anrufung böser Geister bleiben die Praktizierenden Gefangene in ihrer eigenen selbstgeschaffenen und zwanghaft gewordenen Realität.
Es gibt eine entscheidende technische Formung, die derjenige, der schwarze Magie praktizieren will, lernen muss. Ein Lernen jedoch ist unmöglich ohne Bewusstsein, und deshalb kann der Hinweis auf diese Technik bedenkenlos erfolgen. Im Faradayschen Käfig kann die Gefahr des Blitzes an den Menschen nicht heran. Aus diesem Grunde kann der Blitz keinen Schaden bewirken und dies sogar unabhängig von der Stärke seiner Amperezahl. Während der Übende der Schwarzmagie diese Technik erlernen möchte, setzt er gewissermaßen seine Mitmenschen bereits in einen Faradaykäfig und wird selbst in einen Gewissenskonflikt geraten. Das Bewusstsein lässt sich in diesem Sinne nicht durch das gezielte Bewusstwerden betrügen.
Aus dem Bereich des Yoga lassen sich beispielsweise die Techniken relativ gut ableiten, die zur schwarzmagischen Tätigkeit nötig sind. Es wird aber, wie bereits ausgedrückt, eine Anleitung zur Schwarzmagie niemals gelingen, denn sie wird auf die markierenden Zonen des Bewusstseins stoßen, die sich beim Lernen errichten, und unweigerlich eine Kraft zur Moralität entfalten. Für Schwarzmagie muss sich aber der Mensch abstumpfen, sein Gewissen zur Unwirklichkeit erklären, und in eine Art Welt hineinleben, die sogar noch unterhalb des instinktiven Tierreiches webt und atmet. Es ist das Selbst, das der, der in dieser Disziplin erfolgreich sein möchte, aufgeben soll und sich ganz mit dem Trieb von vollkommener Bindung an ein irrationales Weltenziel schmücken muss.


Das zweite Zentrum und die Umkehrung der Spiritualität
Im Bereich des Yoga lässt sich bildhaft der folgende Zusammenhang feststellen: Das zweite Zentrum, das sogenannte Svadhishthana Chakra4)svādhiṣṭhāna-cakra bedeutet wörtlich „eigener Sitz“ oder „eigene Wohnstätte“. In der Yogatradition wird dieses zweite Zentrum mit den Lebenskräften und deren Koordination in Verbindung gebracht. das knapp unterhalb des Nabels, etwa auf Höhe des Kreuzbeins, im Sinne einer metaphysischen Figur veranlagt ist, besitzt die Eigenschaft des Zusammenziehens von Ätherkräften oder allgemein von lebensspendenden Energien. Während beispielsweise das erste Chakra am Steißbein die unmittelbare Kraftquelle für alle Lebensenergie darstellt, so bildet das darüberliegende zweite Chakra mehr eine Koordinationsstelle für Ausgleiten und Zusammenziehen von Lebensenergien und schließlich für tieferes Inkarnieren oder loses Sich-Verlieren in der Exkarnation. Der Schwarzmagier inkarniert mithilfe dieses Zentrums, indem er es aus allem lichten Zusammenhang durch Lüge und Schädigung anderer herauslöst und sich falsch mit den Weltenkräften und sogar mit seinem eigenen Körper verbindet. Er benutzt beispielsweise den Yoga, der gleichmütig gegenüber Sympathie und Antipathie sein sollte, und schafft daraus vollkommen unberührte Gleichgültigkeit. Anstatt in Beziehung zu treten, geht er aus den Beziehungen rückwärts heraus und schirmt sich dunkel im Unterleib ab. Er stimmt sich ganz auf das physische Leben ein und muss alle geistige Weisheit raffiniert und bar der Prüfung zurückstoßen oder, wie es nicht selten ist, die höhere Wirklichkeit umkehren und für sich selbst berechnend beanspruchen.
Auf die Bewegung bezogen wird derjenige, der dieses Zentrum einsatzfreudig benützen lernt, gewissermaßen kleiner, da er sich dynamisch sammelt und von der Peripherie zurückzieht. Die Yogaübungen bekommen dann einen sehr schönen, fließenden, gesammelten und dennoch anmutig gut abgestimmten Ausdruck. Sie bleiben wie in der Kommunikation gegenwärtig und weisen nur körperlich das Element des Zusammenziehens auf, aber sie offenbaren die Seele im lebendigen Bild. Im Allgemeinen findet sich in dieser Region des svådhi‚†håna-cakra die Grundkraft des sogenannten Ätherleibes und es bildet die entscheidende Koordinationsstelle, wie jemand sich psychisch mit den leiblichen und irdischen Verhältnissen verbindet.
Wer schwarzmagisch tätig sein möchte, muss unweigerlich alle vernünftigen Gedanken aus dem Leben verbannen, Verantwortlichkeiten ablegen, spirituell objektiv gültige Inhalte leugnen und die wache Wahrnehmung möglichst in ein größtes Gegenteil verwandeln. Diese Umkehrung der Spiritualität findet im Bewusstsein des Menschen statt und bewirkt in der Folge eine vollkommene Irregulation aller Chakren, vorwiegend aber im zweiten Zentrum beginnend. Jener Mensch, der sich diese Umkehrung durch Bewusstseinsdumpfheit und falsche Verbindung mit der Weltschöpfung aneignet, strahlt seine eigene Misslichkeit nach außen hin aus und trägt beispielsweise sein persönliches Gescheitertsein mit der Spiritualität und mit dem Leben hinüber zu den anderen. Nach der Karmalehre Rudolf Steiners hat der Schwarzmagier bereits im früheren Leben Vorbereitungen für die Entwicklung eines niedrigen Charakters getroffen hat. Jemand sitzt beispielsweise nächtelang am Computer, beleidigt und schädigt durch Cybermobbing andere. Langsam zeigt sich durch diese tätige Machenschaft der Erfolg und schließlich entwickelt sich die Freude über die Zerstörung, die in anderen Werken angerichtet wird. Der Schwarzmagier kann sich deshalb selbst erhöhen und seine Mitmenschen beleidigen oder herabsetzen. Er ist dumpf gestimmt und lebt in einem äußerst gebundenen Zusammenhang mit den unerlösten Anteilen der Verstorbenen. Nicht ein entfaltetes zweites Zentrum, sondern ein missbrauchtes, falsch angewendetes Spiel mit der eigenen Inkarnation, das in dem zweiten Zentrum seinen bindenden Verlauf nimmt, kann eine schwarze Magie mit all ihren zerstörenden Auswüchsen stimulieren.


Das intensive Zusammenziehen im zweiten Zentrum. Während sich die Physis nach dem Kreuzbein zentriert, gewinnt das Bewusstsein eine sehr klare und mit der Außenwelt kommunizierende Wachheit.
Betrachtet jemand eine Welle, wie sie bricht und in einer Art Ellipse in der Bewegung zurückgleitet, um erneut in der Richtung des Windes ihre Gleitbahn einzunehmen, so kann er zur allgemeingültigen Ätherbewegung, wie sie im Menschen und sogar in vielen Naturphänomenen stattfindet, einen sehr guten bildhaften Vergleich finden. Nicht linear, sondern mit Unterbrechungen, Rückwärtsschleifen und neuem Schwung nach vorne lassen sich größere und effektivere Bewegungen erzielen. Übungen des Yoga wie Upavishta Konasana, Tittibhasana oder Baddha Konasana sind sehr typisch für eine zur Sammlung rückwärts gerichtete Bewegung, die schließlich den Körper in andere Bereiche ausgleiten lässt. Die Psyche geht nach vorne, in die Offenheit, während der Körper sich zusammenzieht. Indem sich der Übende im Kreuzbeinbereich kontrahiert, regelrecht wie eine Schildkröte die Gliedmaßen heranzieht und sich einzieht, kann im weiteren Verlauf die Wirbelsäule leicht in ein entspanntes Ausgleiten kommen. Der Zusammenhang, der nun zur Schwarzmagie besteht, lässt sich anhand dieser Bilder leicht denken. Der Körper beginnt zu dominieren, sich aufzublähen, und die Psyche beziehungsweise alle Bewusstseinsprozesse ziehen sich zurück und tauchen ein in die Welt des Ego. Eine Übung ist dann nicht mehr schön, sondern aufgebracht, unruhig, abgeschirmt und körperlich dominierend.
Ein Schwarzmagier darf nie in eine Verantwortung treten und des Weiteren ist er genötigt, seine Beziehungen in lügenhaften Formen auszusteuern. Er meint eventuell, er gehe nach vorne, da er sein Willenspotenzial gebraucht, in Wirklichkeit des ganzen Handelns ist aber seine Schöpferkraft im Wollen auf eine eigene, gebundene, narzisstische oder sadistische Ebene ausgerichtet. Das Ego des Schwarzmagiers ist nicht mehr ein normales, sondern ein im Abgrund aller Bindungen überdimensioniertes.
Der Rückzug aus Verantwortung als Beginn der Schwarzmagie


Ein einfaches Beispiel kann eine erste, vielleicht noch nicht nennenswerte, aber doch stattfindende schwarzmagische Handlung kennzeichnen. Man nehme einmal an, man befinde sich in einer Gruppe von fünf Teilnehmern, die ein Unternehmen starten möchten. Einer der Beteiligten will jedoch das Ziel mit seiner allgemeinen Gültigkeit nicht erreichen, sondern sich lediglich durch die Gruppe und die Zugehörigkeit zur Gruppe Vorteile verschaffen. Persönliche Interessen sind für diese Person wegweisend, während für die anderen, übrigbleibenden, eine Verbindlichkeit zum Ziele vorhanden ist. Treten nun Schwierigkeiten in der Realisierung des Unternehmens auf, so wird gerade die gebundene Person eigennützige Vorteile gewinnen oder zumindest relativ gleichmütig sein, wenn die anderen scheitern. Obwohl dieses Beispiel noch nicht die Kriterien der Schwarzmagie erfüllt, so ist es dennoch erwähnenswert, da die Mechanismen des Rückzuges zu eigennützigen und bequemen Vorteilen in der Psyche bereits vorherrschen. Nach außen wird vielleicht bei manchen, die diesen Rückzug leisten und ihn vielleicht sogar als persönliches Energiespiel einsetzen, ein Betroffensein, wenn etwas misslich ist oder gescheitert ist, bekundet, während nach innen ein heimlicher Vorteil sich in der frönenden Seele ausdrückt.

Warum betreibt ein Mensch schwarze Magie?

Warum betreibt jemand schwarze Magie? Jemand, der erfolgreich im Leben ist, benötigt keine schwarze Magie. Ein größeres Scheitern von objektiven Leistungen ist wohl in der Biographie eines Schwarzmagiers immer zu entdecken. Im früheren Leben lässt sich zum Beispiel auch Feigheit in überdurchschnittlichem Maße vorfinden. Die Umkehrung von Lebensenergien von einem hellen, bewegten und beziehungsfreudigen Austausch hinüber zu einem falschen psychischen und physischen Anhaften an den Leib mit einem genugtuenden Zufriedenheitsgefühl scheint dieser Ebene, die tatsächlich jeglicher Vernunft unzugänglich ist, eigen zu sein. Mit der Zeit verlaufen schwarzmagische Handlungen wie automatisch und bleiben durch ihre eigene Kritikunzugänglichkeit wie verborgen unter der Schwelle des Fassbaren. Schwarzmagisch tätige Personen können aber ohne Verwünschung, ohne Voodoo-Zauber, ohne Stoßgebete und ohne direkte äußere Gewalthandlungen andere Menschen krank machen, das Wetter zu Unglück und Zerstörung führen und sogar Konflikte bis zum Krieg verursachen.
Der tiefe Abgrund, der sich im Menschen durch seine mangelnde Moralität befindet, projiziert sich schließlich durch weitere schlechte Taten hinaus und stürzt die Menschen in Schicksalsgefüge. Früher wusste man noch, dass beispielsweise schwere Überschwemmungen oder Unglücksfälle sehr viel mit der engleitenden Moralität des Menschen zu tun haben.
Es braucht deshalb jener, der sich in ein Verhaltensmodell mit Rückzugsneigungen und energetischer Vorteilsuche hineinlebt, keinerlei besondere Übungstechnik und auch keine Verwünschungsmantren, aber er muss sich grausam stimmen, er muss gewissermaßen seine Psyche asozial ausleben. Ein spirituelles Ehrgefühl und ein gutes soziales Orientiertsein, müssen jedoch von diesem, der zum Nachteil anderer die Energie für sich selbst verwendet, absolut zurückgestoßen werden.
Schwarzmagie als Umkehrung moralischer Entwicklung
Schwarzmagie ist ohne Lüge, Selbstbetrug und Leugnung der gewöhnlichen irdischen Gesetzmäßigkeiten sowie in ganz besonderem Maße der spirituellen Verpflichtungen nicht möglich. Jemand lernt gleichsam wie ein unartiges Kind die Vorteile kennen, wenn er sich in Rückzug gegenüber einer Sache begibt und die anderen nach vorne in die Verantwortung zwingt. Während die an der Front stehenden Personen um das Gelingen eines Unternehmens zappeln, ruht sich der im Rückzug befindliche Schwarzmagier aus und nennt allerlei dumme Ausreden, damit er sich vom Ziel weiterhin abwenden kann und sich in seinem energetischen Gewinn findet. Nach außen geben aber eigentlich alle schwarzmagischen Personen, gleich auf welchem Gebiet sie tätig sind, politisch, sozial oder religiös, fromme Ziele vor, während sie nach innen jegliche moralische Erkraftung und vernünftige Orientierung ablehnen.
Die Wortformel, die die Magie zur Krönung bringt, könnte lauten: „Nicht ich bin es, sondern mein Nicht-Selbst ist es.“ Schwarzmagisch gestimmte Personen finden bei sich keine Schuld, weil sie ihr Gewissen für alle Ehre im Geiste und in der Welt aufgegeben haben. Gleichzeitig lässt sich diese Wortformel erneut esoterisch wiedererkennen: „Nicht ich bin es, sondern es sind die Abgründe des unerlösten Reiches der astralen nachtodlichen Welt in meinen Willen eingekehrt, und da die Stimmungen dumpf und ohne Wirklichkeitsbezug sind, fühle ich in mir selbst Gesundheit und es gibt keine Schuld und somit auch keine Notwendigkeit zur Prüfung meines Lebens.“
Im vierten Teil werden die karmischen Auswirkungen von Schwarzmagie behandelt werden.
Der Artikel beleuchtet folgende Fragen:
Was versteht der Artikel unter Schwarzmagie?
Nach der im Beitrag vertretenen Auffassung entsteht Schwarzmagie nicht in erster Linie durch Verwünschungen, Voodoo oder rituelle Handlungen. Ihr eigentlicher Ursprung liegt in der bewussten Verkehrung moralischer Werte, in der Lüge, im Missbrauch von Beziehungen und im Rückzug aus einer objektiven Verantwortung. Schwarzmagie wird deshalb weniger als außergewöhnliches Phänomen verstanden, sondern als eine Entwicklung des menschlichen Willens, die sich schrittweise aus einer falschen Beziehung zur Wahrheit und zum Mitmenschen ergibt.
Sind Voodoo, Verwünschungen oder Tischrücken bereits Schwarzmagie?
Der Artikel unterscheidet deutlich zwischen spiritistischen oder magischen Praktiken und den eigentlichen Mechanismen der Schwarzmagie. Rituale wie Voodoo oder Tischrücken können zwar problematische geistige Zusammenhänge berühren, sie stellen nach der hier vertretenen Auffassung jedoch noch nicht den Kern der Schwarzmagie dar. Entscheidend ist vielmehr die bewusste Schädigung anderer durch Lüge, moralische Verkehrung und den Missbrauch geistiger oder zwischenmenschlicher Beziehungen.
Welche Bedeutung hat der Astralleib?
Der Astralleib wird als jener Wesensbereich des Menschen beschrieben, in dem Gefühle, Willensimpulse und tiefere seelische Bewegungen wirken. Nach der Geistwissenschaft entscheidet seine Ausrichtung darüber, ob sich der Mensch für Wahrheit, Verantwortung und Beziehung öffnet oder sich zunehmend in egoistische und zerstörerische Willenskräfte verstrickt. Der Artikel sieht deshalb im Astralleib den eigentlichen Ort der moralischen Entwicklung.
Warum spielt das Svadhishthana-Chakra eine besondere Rolle?
Das zweite Chakra wird im Artikel als Zentrum beschrieben, das die Verbindung zwischen Lebenskräften, Leiblichkeit und Inkarnation koordiniert. Gesund entwickelt ermöglicht es eine bewusste Verbindung zwischen Körper, Seele und geistiger Wahrnehmung. Wird seine Funktion jedoch durch Lüge, Egoismus und eine Umkehrung der Spiritualität missbraucht, entstehen nach der Darstellung des Beitrags jene Bindungen, die den eigentlichen Mechanismus der Schwarzmagie begünstigen.
Warum verbindet der Artikel Schwarzmagie mit Moral?
Der Beitrag beschreibt Schwarzmagie nicht als spektakuläre okkulte Praxis, sondern als Folge einer schrittweisen moralischen Fehlentwicklung. Wo Verantwortung abgelegt, Beziehungen zum eigenen Vorteil benutzt und objektive Wahrheiten bewusst verdreht werden, entstehen nach dieser Auffassung jene inneren Voraussetzungen, die als Schwarzmagie bezeichnet werden. Moral wird dabei nicht als äußeres Regelwerk verstanden, sondern als Fähigkeit, Wahrheit und Beziehung bewusst zu verwirklichen.
Wie kann sich der Mensch vor schwarzmagischen Entwicklungen schützen?
Der Artikel deutet an, dass der wirksamste Schutz nicht in Abwehrmaßnahmen oder Ritualen besteht. Entscheidend sind Wahrhaftigkeit, objektive Wahrnehmung, Verantwortungsbereitschaft und eine bewusste geistige Entwicklung. Yoga, Meditation und die Schulung des Denkens erhalten ihren Wert nicht durch äußere Formen, sondern dadurch, dass sie den Menschen zu einer freieren und wahrheitsgemäßeren Beziehung zur Welt führen.


Anmerkungen
| ⇑1 | Die einleitende Kurzfassung am Anfang sowie die Fragen und Antworten am Ende des Artikels wurden für die Onlineausgabe redaktionell hinzugefügt. Der Haupttext stammt von Heinz Grill. |
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| ⇑2 | Unter Astralleib wird hier der seelische Wesensbereich des Menschen verstanden, der Träger von Empfindungen, Begierden und Willensstimmungen ist. Die Bezeichnung stammt aus der anthroposophischen und älteren esoterischen Tradition. |
| ⇑3 | Zum Verständis des nachtodlichen Seelreiches siehe auch das Buch: Heinz Grill, Seelsorge für Verstorbene, Lammers-Koll-Verlag |
| ⇑4 | svādhiṣṭhāna-cakra bedeutet wörtlich „eigener Sitz“ oder „eigene Wohnstätte“. In der Yogatradition wird dieses zweite Zentrum mit den Lebenskräften und deren Koordination in Verbindung gebracht. |