Von Heinz Grill
Die Entwicklung des Herzzentrums
Ein gültiges und wahres Werteempfinden, das weder temporär begrenzt noch von den Zeitströmen des Gesellschaftssystems abhängig ist, ein Wertegefühl für Charaktergröße, Moralität und edle geschaffene Werke führt zu einem Schatz in der Seele. Je mehr dieses Werteempfinden, praktisch und konkret gefasst, ein Teil des authentischen Persönlichkeitsgefühls wird, desto mehr inspiriert es das Herzzentrum mit freudig schönen, weiten und runden Bewegungen, die wiederum auf den Mitmenschen und insgesamt weit auf den ganzen Kosmos ausstrahlen. Jenen Wert, den ein einzelnes Individuum im Leben respektiert, wahrnimmt, mit feinster Inbrunst verehrt und den es vielleicht darüber hinaus in Taten und authentischen Gefühlen erringt, bildet sein Herz. Es ist sein inneres seelisches Herz.
Im Bezug zu einer wirklichen Friedensarbeit bedarf es der Ausprägung dieses Energiezentrums, des sogenannten Anahata-Chakras oder der zwölfblättrigen Lotusblume in der Brustmitte. Je mehr sich dieses Zentrum entfaltet, desto mehr Gleichgewicht und Frieden strahlt durch seine eigene inhaltliche und vorzügliche Bewusstseinskraft aus.
Warum ist Krieg nicht mehr zeitaktuell?
Krieg erhält aus der nachtodlichen Welt, dort, wo sich die Verstorbenen mit ihrer Seele aufhalten, keinerlei Befürwortung. Das Epos des gerechten Krieges ist längst vorübergegangen. Was erlebt eine Seele, nachdem sie sich in Gewaltszenerien, Hass und Rachegefühle in irdischen Zeiten hineintreiben ließ?
Sie erlebt nicht die Negativität von Gewaltwirkungen, denn diese sind gar nicht so bedeutungsvoll für die nachtodliche Welt. Sie sind vielmehr nichtssagend und vorübergehende Episoden des Gemütes. Weitaus mehr erfährt die Seele im Nachtodlichen – dann, wenn sie frei von allen Körperlichkeiten geworden ist – die wirkliche Unterlassung all jener Arbeit, die sie hätte tun müssen für die Erhaltung der besten Kulturwerte, Ideale des menschlichen Daseins und für die Entwicklung eines moralisch edlen Charakters. Infolge dessen, dass es Millionen von Seelen gibt, die im Nachtodlichen weilen und diese Erfahrung ihrer eigenen Unterlassung kennen, erhält der Krieg in der Welt keine Förderleistungen. Die Seelen aus dem Nachtodlichen bestimmen das Potenzial des Menschen im Denken, Fühlen und Wollen. Die eigene Formung einer Nation, einer Gruppe oder sogar eines einzelnen Individuums erhält einen Zustrom aus der nachtodlichen Welt, wenn es sich um ein reales Wertgefüge kümmert. Verloren aber sind alle politischen Reaktionen und emotional treibenden Kampfrufe, denn diese treiben das Gemüt nur im Äußeren entgegen den werdenden geistigen Entwicklungspotenzialen. Krieg erhält deshalb aus der nachtodlichen Welt keinen Zustrom, und deshalb steigert er mit all seinen Ablenkungsmanövern die Unruhe, die schließlich ein schattenhaftes Zerrgebilde über die weltlichen Entwicklungsfragen wirft.
Das Fazit ist deshalb, aus dieser geistigen Sicht gesehen, der Mut zur Entwicklung mit all seinen moralischen persönlichen Konsequenzen. Das Werteempfinden, das jedes einzelne Individuum im Leben erringen sollte und das friedensfördernd wirkt, sollte aus dieser universalen Sicht entspringen.

Foto: Urilke Sinzinger


Zeichnung. Melissa Winter