Bezogen auf den menschlichen Körper kann eine obere Region mit Kopf, Nacken- und Schulterbereich, ein mittlerer Bereich mit dem Brustkorb und ein unterer Bereich mit Hüfte, Becken und den Gliedmaßen unterschieden werden.
Diese Gliederung des Körpers in drei Zonen – oben, Mitte, unten – kann zu Beginn der Ausführung in eine erste Aufmerksamkeit rücken und eine Vorstellung gebildet werden, dass die obere Körperregion entspannt, leicht und überschauend bleibt, während sich aus der mittleren Region eine Dynamik entwickelt und Beine und Hüfte, die untere Region, eine stabile, ruhige Basis bilden. DIe Bewegungsdynamik wird in der Mitte, genau gesagt auf Höhe des Sonnengeflechts und der unteren Brustwirbelsäule angesetzt. Sie entsteht dadurch, dass die Streckung nicht mit zu starkem Muskeleinsatz und nicht mit steifer, forcierter Anspannung erfolgt, vielmehr schiebt sich aus der Höhe des unteren Brustkorbes gewissermaßen der gesamte Schulter-, Nacken- und Kopfbereich in die Ausdehnung empor und setzt sich, leichter werdend, bis in die Arme fort. Durch die Leichtigkeit und Dynamik im Oberkörper wird die durchaus starke, seitliche Ausdehnung möglich. Der Atem fließt in allen Phasen der Übung nach Bedarf frei und ungehindert und wird nicht zur Intensivierung der Bewegung genutzt.
Der Übende erlebt durch diese auf den Körper bezogene Dreigliederung – eine übersichtliche Ruhe im Kopfbereich, eine bewegte, dynamische Mitte bei gleichzeitigem Halt und einen soliden Stand – ein Gefühl der Weite und Ordnung.
Heinz Grill formuliert das Erleben der Dreigliederung bezogen auf Körper, Seele und Geist so:
„Die Anregung dieser drei Glieder, in der Übung zu einer exponierten Einheit herausgefordert, beschreibt das dreigliedrige menschliche Wesen. Die ruhende Basis bildet die Natur des Körpers, die Dynamik im Hinausgleiten der Wirbelsäule, zentriert und gehalten in der Mitte, offenbart die Regsamkeit des Seelenlebens im Denken, Fühlen und Wollen und der Oberkörper äußert die Welt des frei beobachtenden und wahrnehmenden Sinnesmenschen.“